Zecken – und das Spiel mit unserer Angst!

Die Angst vor den von Zecken übertragbaren Krankheiten ist groß. Und sie wird auch immer mehr gezielt vorangetrieben. Mittlerweile wird auch schon im Radio der Schrecken über die Spinnentiere verbreitet und viele treibt diese Angst, dass der Hund einer gefährlichen Erkrankung erliegt, zum Tierarzt ihres Vertrauens. Mit Angst konnte schon seit jeher die Masse kontrolliert werden. Inzwischen gelten selbst Stadthunde als hochgradig gefährdet. Auch Tierbesitzer, die dem Thema relativ gelassen gegenüberstehen, kommen ins Schwitzen bei Texten wie „die vom Hund ins Haus getragene Zecke kann bis zu zwei Wochen überleben und wartet nur darauf ihre Fänge in ein Opfer zu schlagen“.

Ja, dann doch lieber die Chemiekeule, auch wenn man eventuell schon von möglichen Nebenwirkungen gelesen oder gehört hat. Ob durch diese „Schutzmaßnahmen“ die Gesundheit des geliebten Vierbeiners und auch des Halters beeinträchtigt wird, ist dabei erstmal zweitrangig – Hauptsache es kommt zu keinem Kontakt mit den Krabblern. Der Markt mit den synthetisch prophylaktischen Präparaten boomt. Gab es vor Jahren nur Spot on`s oder Halsbänder, gibt es inzwischen die Pestizid-Tablette für einen Zeckenschutz von innen, mit scheinbarer Sorglosigkeit für den Hundehalter von bis zu 12 Wochen. 

Lieder wird hier, wie bei vielem anderen, zu wenig über die Inhaltsstoffe und deren mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt. Mit diesem Artikel möchten wir Lücken füllen und gleichzeitig dazu auffordern, sich selbst immer gründlich zu informieren. 

Allgemeines zum Thema Borreliose

Für jedes Entwicklungsstadium benötigt die Zecke nur einen Wirt, das heißt es findet in der Regel kein Wirtswechsel statt. Daher besteht keine Gefahr sich direkt beim Haustier mit einer Zecke „anzustecken“ oder von einer Zecke belauert zu werden. Die Meldungen, die die Gefährdung der Menschen betreffen, sollten sich realistisch betrachtet auf die vermehrten Aufenthalte im Freien beziehen. Wenn ich viel mit meinem Hund in Wald und Wiesen spazieren gehe, dann steigt natürlich die Chance auf einen Zeckenbiss. Zecken können eine Vielzahl von Krankheitserregern beim Saugvorgang übertragen – dafür muss die Zecke im Falle der Borreliose zum Beispiel über mehrere Stunden (ca. 16-24 Stunden) am Wirt haften.

Der gefürchtetste Erreger hierzulande ist das Bakterium Borrelia (B.) burgdorferi, Auslöser der Lyme-Borreliose, der laut Schätzungen in ca. 20 bis 30% der Zecken (Gemeiner Holzbock – Ixodes ricinus) vorkommt. Beim Menschen führen lediglich ca. 0,1 bis 1,5% der Zeckenbisse zu einer Erkrankung.

Bis zu 90 % der in zeckenreichen Gebieten untersuchten Hunde tragen Borrelien-Antikörper in sich, aber die wenigsten erkranken. Ein positiver Titer (Antikörper-Test) wird fälschlicherweise meist mit einer akuten Erkrankung gleichgesetzt, bedeutet aber nur, dass der Hund mit dem Erreger in Kontakt war und auf natürliche Weise Antikörper aufgebaut hat. Die Zahl der Borreliose-resistenten Hunde ist sogar noch weit größer als die der resistenten Menschen. 

Dennoch wird die „Impfung gegen Zecken“ gut vermarktet, obwohl die in Europa erhältlichen Schutzimpfungen mit zum Teil schwerwiegenden Nebenwirkungen behaftet sind. Die Angst vor den Spinnentieren sitzt einfach zu tief, deshalb wird selten kritisch hinterfragt. Der Hundehalter vertraut lieber der breiten Auswahl an synthetischen Giftprodukten der Pharmaindustrie, als auf ein gut funktionierendes Immunsystem seines Hundes.

 

„Die in Mitteleuropa erhältlichen Impfstoffe sind sogenannte Ganz-Keim- oder Vollerreger-Vakzinen. Ein solcher Impfstoff besteht nicht aus einzelnen gereinigten Komponenten, sondern aus abgetöteten Bakterien und damit aus praktisch allen Bakterienbestandteilen, vor allem also aus unnötigen Komponenten. Von solchen früher auch in der Humanmedizin verwendeten Impfstoffen ist eine schlechte Verträglichkeit bekannt. Die Krankheitssymptome der Borreliose beruhen nicht nur auf dem direkten Einfluss der Bakterien, sondern sind nach unserem heutigen Kenntnisstand auch auf die Immunreaktion des Wirtes gegen die Borrelien zurückzuführen, beruhen also z.T. auf einer sog. Immunpathogenese. Dem Autor dieser Zeilen wurde von Tierärzten und Hundebesitzern immer wieder berichtet, dass gesunde Hunde Stunden nach einer Impfung schwer erkrankten. Hunde, die viel im Freien sind und häufig Zeckenkontakt haben, sind daher meist mit Borrelien infiziert und sozusagen natürlich geimpft worden. Sie haben bereits Antikörper gebildet – in aller Regel ohne zu erkranken. Die Borreliose ist beim Hund viel seltener als beim Menschen und wird vielfach falsch diagnostiziert. Wen die Krankheit trifft, hat mit der richtigen Behandlung aber gute Aussichten auf eine Heilung.“

Auszug aus dem Text von Dr. Roland Friedrich (Professor i.R. für Virologie und molekulare Onkologie am Universitätsklinikum Gießen)

Übersicht Chemische Zeckenprophylaxe

Produkt-/HandelsnameWirkstoffeAnwendungTier
Bravecto®/Nexgard®/Simparica®/Credelio®Fluralaner/Afoxolaner/Sarolaner/LotilanerTablette (orale Gabe) / Bravecto auch als Spot onTabl.>HundSpot on> Katze u. Hund)
Scalibor®DeltamethrinHalsbandHund/Katze
Seresto®Flumethrin und ImidaclopridHalsbandHund/Katze
Kiltix®Flumethrin und PropoxurHalsbandHund/Katze
Exspot®/Virbac PreventicPermethrinSpot on (Tropfen auf die Haut)Hund/Katze
Advantix®Permethrin und ImidaclopridSpot on (Tropfen auf die Haut)Hund/Katze
Activyl® Tick PlusPermethrin und IndoxacarbSpot on (Tropfen auf die Haut)Hund/Katze
Frontline®FipronilSpot on (Tropfen auf die Haut)Hund/Katze
Advantage®ImidaclopramidSpot on (Tropfen auf die Haut)Hund/Katze
StrongholdSarolaner und SelamectinSpot on (Tropfen auf die Haut)Hund/Katze
Eurican Merilym/Virbagen canis BBorrelia burgdorferi sensu lato inaktiviert:- Borrelia afzelii: relative Potency (RP) ≥ 1*- Borrelia garinii: relative Potency (RP) ≥ 1*Impfung Hund/Katze

https://www.esccap.de/fileadmin/tieraerzte/ESCCAP-praeparate-ektoparasitika-AT.pdf

https://www.global2000.at/sites/global/files/Pestizidtabelle_Mensch.pdf

Vor der Markteinführung eines Medizinproduktes finden in der Veterinärmedizin so gut wie keinerlei Studien, in denen über Langzeitnebenwirkungen geforscht wird, statt. Der Zeitraum für Studien in der Veterinärmedizin liegt bei 6 Monaten!!!! Für die Zulassungsstudien sucht sich die Pharma ihre Probanten nach strengen Auswahlkriterien wie z. B. Gewicht, Alter, Gesundheit, Rasse, gleichzeitige Medikamentengabe, etc. aus. Nach der Zulassung wird allen Hunden (z.B. auch akut und chronisch Kranken) das Präparat verabreicht. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass unerwünschte Wirkungen auftreten, die in den Studien nicht aufgefallen sind. Das dann aber sämtliche Symptome, die kurz nach Verabreichung einer Parasiten-Prophylaxe auftreten, damit in Zusammenhang gebracht werden ist äußert selten.

Die meisten Tierärzte widersprechen solchen Vermutungen, würde es doch etwas an ihrer Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit kratzen. Bei Beschwerden die eventuell nach Wochen oder Monaten auftreten wird überhaupt keine Verbindung hergestellt. Sie müssten schon wirklich an einen gewissenhaften Tierarzt geraten, der so einen „Verdacht“ weiterverfolgt. Bestätigt ein Arzt nämlich eine Nebenwirkung eines Medizinproduktes, müsste er eigentlich einen 2-seitigen Meldebogen (Formblatt zur Meldung unerwünschter Arzneimittelwirkung) ausfüllen und an die zuständige Behörde weiterleiten. Daraufhin gibt es höchstwahrscheinlich nochmal Rückfragen – also im Grunde zu viel Aufwand, der nicht bezahlt und deshalb von den meisten ignoriert wird. Somit bekommen die wenigsten (sowohl Tierärzte, als auch Tierbesitzer) das gesamte Ausmaß präsentiert. 

Wirkstoffgruppe Isoxazolines

Fluralaner (Bravecto) / Afoxolaner (Nexgard) / Sarolaner (Simparica) / Lotilaner (Credelio)

Alle oben aufgelisteten Präparate sind ein synthetisches Insektizid und Akarizid aus der Gruppe der Isoxazolines. Sie hemmen die Gamma-Aminobuttersäure (GABA)-gesteuerten Chlorid Kanäle der Parasiten. Die Tabletten haben keine abschreckende (repellierende) Wirkung, sondern basieren auf der Abtötung der adulten Schädlinge während der Blutmahlzeit, sprich die Parasiten müssen an der Haut anheften und mit der Nahrungsaufnahme aus dem Blut des Vierbeiners beginnen. Flöhe werden nach acht Stunden, Zecken nach zwölf Stunden abgetötet. In Tablettenform entfaltet sich die Pestizide systemisch – also über den gesamten Blutkreislauf.

Das „Insektengift“ wird im Fettgewebe sowie in Leber, Niere und Muskeln gespeichert. Der gesamte Körper des Hundes wird also rein prophylaktisch für Ektoparasiten so giftig gemacht, dass diese im Falle eines Bisses sterben. Fraglich ist auch, ob die Zecken während ihres „Todeskampfes“ nicht erst recht vermehrt Krankheitserreger über die Bissstelle abgeben. Zur optimalen Kontrolle, bzw. Aufrechterhaltung des Pestizidspiegels, sollte die Tablette alle 12 Wochen erneut verabreicht werden. Der Fluralaner – Spot on (Bravecto) ist der erste seiner Art, der vor allem für Katzen eingesetzt wird. Der Wirkstoff wird über die Haut aufgenommen. Hauptausscheidungsweg ist die unveränderte Elimination mit dem Kot, d.h. wenn die Freigänger Katze ihr Geschäft in ihrem Bio-Gemüsebeet erledigt, haben sie das synthetische Insektizid gleich inklusive.

Es wurde noch nicht untersucht, wie schädlich sich diese giftigen Wirkstoffe auf die Bodenmikroorganismen auswirken. Das sich Isoxazolines toxisch auf Wasserorganismen auswirken, konnte bereits belegt werden. Beim Auftragen soll der Tierbesitzer Handschuhe tragen. Wie schon erwähnt, wird nur 1 % der gesamt vorkommen Nebenwirkungen gemeldet, d.h. die Dunkelziffern sind sehr hoch, dennoch häufen sich inzwischen die Meldungen. Nicht jeder Hund erleidet sofort einen Krampfanfall oder stirbt sogar daran, aber Gift ist Gift und es zirkuliert im Körper ihres Hundes.

Die FDA (Nahrungs- und Gesundheitsbehörde der USA) hat in 09/2018 eine Warnung an Tierhalter herausgegeben: „Jeder sollte sich des Potenzials der neurologischen Nebenwirkungen bei Hunden und Katzen bewusst sein, wenn sie mit Medikamenten der Isoxazolin-Klasse behandelt werden.“

Tierärzte sprechen über Fluralaner:

https://www.facebook.com/groups/DogCancerSeries/permalink/793623771328492/
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/vms3.285?fbclid=IwAR3zizOQVaduIqT1c4UTnw8aWPRaJYh4-Fq_XLHo-eeBnsLctsU4pVU_eUk
https://www.fda.gov/animal-veterinary/cvm-updates/animal-drug-safety-communication-fda-alerts-pet-owners-and-veterinarians-about-potential-neurologic

Liste gemeldeter Nebenwirkungen USA: 

http://yourpetsneedthis.com/wp-content/uploads/2016/01/Bravecto-fluralaner-ADE-report-Jul2015-Jan2016.pdf
https://www.ema.europa.eu/en/documents/overview/bravecto-plus-epar-medicine-overview_de.pdf
https://pubchem.ncbi.nlm.nih.gov/compound/Fluralaner#section=UN-GHS-Classification&fullscreen=true

Information und Videos:

https://www.facebook.com/groups/1996020500618965
https://www.facebook.com/groups/138187053551225
https://www.facebook.com/groups/704330073037200/

Deltamethrin (Scalibor)

Deltamethrin ist ein Insektizid aus der Gruppe der Pyrethroide. Es ist ein Nervengift, dass dazu führt, dass sich die Nervenzellen der Parasiten nicht mehr schließen können, dadurch kommt es zu unkontrollierbaren Nervenimpulsen, des Weiteren zu Erregungszuständen mit Krämpfen, dann zu Koordinationsstörungen und schließlich zu einer Lähmung. Das Insekt ist innerhalb weniger Minuten bewegungsunfähig, man spricht von einem „knock-down“-Effekt. Der Tod tritt erst nach einiger Zeit ein. Laut Angaben des Herstellers wird der Wirkstoff Deltamethrin von dem Halsband aus über den gesamten Hund verteilt, soll allerdings nicht über die Haut absorbiert werden. * Mögliche Nebenwirkungen: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Epilepsie, neurologische Ausfallerscheinungen, CS-Syndrom > “CS” steht für Choreoathetosis und Salivation, d. h. für unkontrollierte Bewegungen und erhöhten Speichelfluss. Es ist vorwiegend das zentrale Nervensystem betroffen.

Deltametrin und sein vielfältiger Anwendungsbereich: 

https://www.environmentalscience.bayer.de/~/media/PRFGermany/Meine%20Materialien/Labels/K-Obiol_EC25.ashx

Imidacloprid (Seresto, Advantix, Advantage)

Imidacloprid ist ein systemisches Insektizid aus der Gruppe der Neonicotinoide. Neonicotinoide sind selektive Nervengifte, die auf die Nervenzellen von Insekten wirken. Imidacloprid wurde als Pflanzenspritzmittel für Getreide, Mais, Raps, Kartoffeln und Zuckerrüben im Freiland verboten, um den Hals ihres geliebten Vierbeiners soll es angeblich unbedenklich sein. Bei allen nektarsammelnden und pflanzenfressenden Insekten wurden durch dieses Nervengift Veränderungen im Verhalten, wie schlechterer Brutpflege, vermindertem Sammeln von Nahrung und Orientierungslosigkeit beobachtet. Die Aufnahme von 1-2 mit Neonicotinoiden behandelten Samen kann für kleine Vogelarten bereits tödlich enden (Environmental research 2015). 

Vogelbestände werden somit nicht nur indirekt durch den Rückgang der Nahrungsquelle Insekten, sondern auch durch die direkte Aufnahme von Neonicotinoiden, was zu schwerwiegenden neurologischen Störungen führt, massiv bedroht. Mögliche Symptome einer Neonicotinoid-Vergiftung: Unruhe, anhaltendes Speicheln, Zittern, Koordinationsstörungen, Abgeschlagenheit, Desorientierung, Gedächtnisverlust und ein geschwächtes Immunsystem.

https://de.wikipedia.org/wiki/Neonicotinoide
https://www.nachhaltigkeitneudenken.org/neonicotinoide/
https://www.agrarheute.com/pflanze/efsa-neonicotinoide-fuer-menschen-schaedlich-463331
https://www.merkur.de/leben/gesundheit/hirnschaeden-durch-zwei-pestizide-moeglich-zr-3276540.html

Flumethrin (Seresto, Kiltix)

Flumethrin kommt aus der Gruppe der Typ-II-Pyrethroide. Pyrethroide sind synthetische Insektizide. Sie besitzen eine rasche Wirksamkeit („knock down“) auch bei niedriger Dosierung und sind billiger und in größeren Mengen herstellbar als die natürliche Form (Pyrethrum). Akute Vergiftungen beim Menschen treten selten auf. Nach oraler Aufnahme kommt es innerhalb von 10 bis 60 Minuten zu Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Falls eine nennenswerte Menge resorbiert wurde, leidet der Patient einige Tage lang an Bewusstseinsstörungen und Krämpfen.

Bleibende Nervenschäden nach einer akuten Vergiftung sind möglich. Ein direkter Hautkontakt mit den Reinstoffen oder stark damit kontaminierten Oberflächen kann innerhalb weniger Minuten bis einiger Stunden zu lokalen Parästhesien führen. Die sensiblen Nervenenden in der Haut werden dabei gereizt, es kommt zu einem Kribbeln, Brennen oder Jucken, das etwa einen Tag anhält. Auf Hautkontakt mit Pyrethroiden reagieren Kinder wegen ihrer empfindlicheren Haut im Allgemeinen stärker. Mögliche Nebenwirkungen: Juckreiz, schuppige Haut, sprödes Fell, Hautirritationen, Fellverlust, Entzündungsreaktionen, Verhaltensänderungen, Apathie, neurologische Störungen, epileptische Anfälle.

https://uncutnews.ch/beliebte-flohhalsbaender-werden-mit-tausenden-von-todesfaellen-bei-haustieren-in-verbindung-gebracht-und-schaedigt-auch-menschen/
https://eu.usatoday.com/story/news/investigations/2021/03/18/congressional-subcommittee-seeks-recall-seresto-flea-tick-collar/4759904001/
https://eu.usatoday.com/story/news/investigations/2021/03/02/seresto-dog-cat-collars-found-harm-pets-humans-epa-records-show/4574753001/
https://www.facebook.com/groups/fb.comgroupsnexguardbravecto/permalink/771570210212903/

Propoxur (Kiltix)

Propoxur ist ein Arzneimittel aus der Klasse der Carbamate. Sie besitzen eine insektizide und akarizide Wirkung und hemmen die Acetylcholin-Esterase. Die Hemmung der Acetylcholin-Esterase durch Carbamatinsektizide führt zu unkontrollierbaren Bewegungen und zum baldigen Tod der Insekten. Symptome einer Propoxur Intoxikation:Speichelfluss, Tränenfluss, Wasserlassen, Durchfall, Erbrechen, Bronchospasmus, Bradykardie, Miosis, Muskelzuckungen, Schwäche, Kurzatmigkeit, Keuchen, Hypoxie, Hypotonie, Herzrhythmusstörungen, Bauchspeicheldrüsenentzündung. Eine ZNS-Toxizität ist üblich, manchmal mit Krämpfen und Erregbarkeit, oft mit Lethargie und Koma verbunden. 

https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/verletzungen,-vergiftungen/vergiftung/vergiftungen-durch-organophosphate-und-carbamate

Permethrin (Exspot, Virbac Preventic, Advantix, Activyl Tick Plus)

Permethrin ist ein starkes Muskel- und Nervengift für Parasiten. Als fettlösliche Substanz kann der Wirkstoff den Chitinpanzer der Insekten gut durchdringen und in ihr Zentrales Nervensystem (Gehirn und Rücken-mark) gelangen. Es öffnet die Natriumkanäle der Nervenzellen. Dadurch wird die Erregungsschwelle der Neuronen gesenkt und führt zu unkontrollierten Nervenimpulsen. Permethrin wurde in Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Land- und Forstwirtschaft verboten.  Es wirkt tödlich auf alle Insekten, z.B. auch Bienen, äußerst schädlich für Wasserorganismen (u.a. Fische, Amphibien), stark gesundheits-gefährdend bis tödlich für Katzen. Mögliche Nebenwirkungen: Hautirritationen (Rötung, Ausschlag, Hautrockenheit), Kontaktdermatitis, Urtikaria, Übelkeit, Herzrasen, Atemnot, Schwäche.

http://toxcenter.org/stoff-infos/p/permethrin.pdf

Fipronil (Frontline)

Fipronil ist ein Biozid und wird als „systemisches Pflanzenschutzmittel“ („Insektizid“) verwendet. Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der Phenylpyrazole. In Versuchen wurde bestätigt, dass Fipronil Haut und Augen reizen kann, die Leber belastet und bei Ratten sogar Krebs erzeugt. Man erinnert sich an den „Eierskandal“. Fipronil wurde als Desinfektionsmittel zur Bekämpfung der roten Vogelmilbe in Hühnerställen angewendet. Über die Atemwege und die Haut aufgenommen, befand sich das Insektengift dann in den Hühnern und den Eiern. Bei Hunden und Katzen ist das Mittel aber unbedenklich und sicher! Gut, in Deutschland landen unsere Haustiere selten auf dem Teller, deshalb spielt es wohl auch keine Rolle.

Im Moment gibt es 61 Präparate, die gewissenlos auf die Haut unserer Lieblinge geträufelt werden. Eine sehr aktuelle Studie aus Japan zeigt aber nun genau das Gegenteil der gängigen, tierärztlichen Behauptungen    „Der Wirkstoff wird über die Haut kaum vom Tier aufgenommen“. Fipronil gelangt über die Haut in den Körper einschließlich Blut, Gehirn, Fettgewebe und Leber. Fipronil und Fipronilsulfon (Zwischenprodukt der biochemischen Reaktion während des Stoffwechsels) verbleiben bei Hunden länger im Blut als bei Mäusen.

Studie aus Japan:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S004835752100078X?casa_token=4VMUuN5DfO4AAAAA:-_FDw1paQh2isxyhdnkuZqcBIxdakkEzw_vffQWcY2T-5wVIzTZ_gGyvdaHmNqnUybygQDVYWw
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S004835752100078X?casa_token=4VMUuN5DfO4AAAAA:-_FDw1paQh2isxyhdnkuZqcBIxdakkEzw_vffQWcY2T-5wVIzTZ_gGyvdaHmNqnUybygQDVYWw
http://npic.orst.edu/factsheets/archive/fiptech.html

Allgemeines in Bezug chemische Halsbänder und Spot on Präparate

Die Haut – ob von Menschen oder Tieren, zählt zum größten Organ. Die Menschenhaut ist sogar 3 x dicker, als die Hundehaut. Natürlich besitzt jede Haut eine Schutzschicht, aber was ist hier der Unterschied zwischen einer lokalen Schmerzbehandlung (z.B. Voltaren Gel für Menschen bei Verstauchungen, Schmerzen, etc.) und einem Pestizidhalsband, das ständig an Fell und Haut reibt? Oder die vielen Spot on Präparate; natürlich dringt diese Flüssigkeit in die Haut ein. Nach Angaben der Veterinärmedizin soll der Wirkstoff „nur“ bis zum Haarfollikel vordringen! Und dann ist Schluss? Sicher nicht. Auch ein Haarfollikel ist mit dem Blut Gefäßsystem verbunden. Gerade Kinder (vor allem unter 2-Jährige) sollen den Hund während der Tragezeit eines Halsbandes oder nach Spot on Applikation nicht anfassen. Der Besitzer sollte möglichst Handschuhe bei Verabreichung anziehen – also doch bedenklich? Wir werden einfach mit Wischi-Waschi Aussagen verwirrt.

Für unsere Lieblinge möchten wir alles tun. Und bevor irgendetwas schiefläuft und man sich mit einem Zecken- oder Flohbiss konfrontiert sieht, lieber doch alle paar Wochen so ein kleines bisschen Gift. Auch wenn das eigene Tier diese Mittel bisher „gut vertragen“ hat und man deswegen nicht wechseln will, wiegt man sich in falscher Sicherheit und kann nie ausschließen, dass sich später Probleme oder Nebenwirkungen einstellen!

Aber nicht für Hund und Hundehalter können diese Präparate Folgen haben. Sämtliche Produkte (Halsbänder und Spot on´s) sind giftig für Wasserorganismen und das mit langfristiger Wirkung. Das bedeutet, wenn einem Golden Retriever ein Zeckenschutz Halsband angelegt wird und er seinem Wesen entsprechend bei jeder Gelegenheit baden geht, tragen sie als Hundehalter zur Gefährdung der Wasserorganismen bei. 

https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/insektizid-belastung-deutlich-hoeher-als-erwartet-forsc-10411

https://analytik.news/presse/2019/444.html